Mittwoch, 30. August 2017

Emirates: Gute Plätze kosten mehr

Emirates hat die Gebühren für Sitzplatzreservierungen zum 20. August umgestellt. Wer einen der besseren Plätze in der Economy Class ergattern will, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen als bisher. Denn der Golf-Carrier bietet jetzt Sitzplätze in vier Kategorien an. Innerhalb der Kategorien variiert der Preis zudem nach Flugdauer, Saison und Verfügbarkeit. Erstmals können auch Plätze am Notausgang reserviert werden – für maximal 120 Euro pro Segment.

Bisher kostete eine Platzreservierung je nach Entfernung zwischen zehn und 35 Euro pro Segment. In der neuen Kategorie „Normal“ liegt der Preis nun zwischen zehn und 30 Euro. Reisende mit Flex- und Flex-Plus-Tarif bekommen die Reservierung hier weiterhin kostenlos.

Als „bevorzugt“ bietet Emirates Plätze im vorderen Teil der Economy Class an. Der Preis: 25 bis 75 Euro. Die Kategorie „Zweiersitz“ umfasst Reihen mit nur zwei Sitzen hinten in den Boeing 777 und oben im Airbus A380. Die Reservierung kostet 30 bis 100 Euro. Plätze „mit zusätzlicher Beinfreiheit“ an den Notausgängen kosten 50 bis 120 Euro. Sie können bis zu sechs Stunden vor Abflug reserviert werden.

In den globalen Reservierungssystemen sind vorerst nur Reservierungen für normale Sitze möglich, die speziellen Plätze sind nur auf der Website von Emirates zu finden. Man arbeite aber daran, sie auch in den GDS anzubieten, heißt es von der Fluggesellschaft.

Quelle: touristik-aktuell.de; Emirates

Dienstag, 29. August 2017

Houston: Flughafen bleibt weiterhin geschlossen

Wer in den nächsten Tagen auf dem George Bush Flughafen (IAH) in Houston starten oder landen will, hat schlechte Karten. Wegen des Hochwassers in Texas ist der Airport nicht erreichbar und bleibt deswegen bis auf weiteres geschlossen. Nur Hilfsflüge werden dort abgefertigt. Das meldet die Betreibergesellschaft auf Twitter. Lufthansa hat auch für heute den Flug von Frankfurt nach Houston abgesagt. Die betroffenen Passagiere können kostenlos auf einen anderen Flug umbuchen. Bei United und American Airlines können Passagiere, die ursprünglichen einen Flug bis 31. August gebucht hatten, ihre Reisepläne kostenlos ändern. Bei Delta ist das für Flüge bis 4. September möglich. Der Hurrikan Harvey soll auch noch in den kommenden Tagen für starken Wind und heftige Regefälle in Texas sorgen.

Quelle: Twitter Account Houston Airport

Bolivien: Straße zum Titicaca-See blockiert

Reisende in Bolivien müssen auf einer wichtigen touristischen Strecke mit Problemen rechnen. Wie das Auswärtige Amt informiert, ist die Hauptverkehrsstraße von La Paz an den Titicaca-See und weiter nach Peru aufgrund von Protesten derzeit teilweise nicht passierbar. Die Behörde rät von Reisen auf dieser Strecke ab. Die Demonstranten stammen aus der Andenstadt Achacachi und fordern die Absetzung ihres Bürgermeisters, dem Korruption vorgeworfen wird. Bereits im Februar war es deswegen zu gewaltsamen Protesten gekommen. Laut Medienberichten sind die Demonstranten teilweise bewaffnet.

Quelle: Auswärtiges Amt

Montag, 24. Juli 2017

Important information: Additional security check for travellers to the United States of America

The Department of Homeland Security has announced that the carrying of electronic devices in the cabin will continue to be allowed on flights to destinations in the U.S.A.
However, carriers must enforce stricter controls for all flights departing to the United States. As a result, some travellers to the U.S.A may face an additional security check at the departure gate as of 19 July 2017. This control is aimed at passenger’s electronic devices.
This means that certain flight guests (selected by American authorities) may experience longer waiting and processing times at the gate. For all other passengers, the procedure remains unchanged. Passengers who have booked a long-haul flight are requested to arrive at the airport early. For flights to the U.S.A from Zurich and Geneva, SWISS recommends flight guests to arrive at the airport 3 hours prior to departure.

Quelle: Lufthansa Experts

Sonntag, 23. Juli 2017

Come to Liechtenstein

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Montag, 17. Juli 2017

Thailand --- Zehn-Jahre-Visum kommt

Das geplante Zehn-Jahre-Visum für finanziell abgesicherte Thailand-Urlauber ab 50 Jahren soll bald eingeführt werden.
Das sagte Thanasak Patimapragorn, der stellvertretende Ministerpräsident Thailands. Das Visum wird vom 1. August 2017 an zunächst für fünf Jahre ausgestellt und kann um weitere fünf Jahre verlängert werden.
Bedingung ist neben dem Alter, dass der Reisende mindestens 1,2 Mio. Baht (rund 30.800 Euro) im Jahr verdient und außerdem mindestens 1,8 Mio. Baht (46.200 Euro) auf dem Konto einer thailändischen Bank hat. Oder er hat wenigstens 3 Mio. Baht (77.000 Euro) auf dem Konto. Antragsteller müssen zudem ein Führungszeugnis und eine Krankenversicherung nachweisen.
Das neue Zehn-Jahre-Visum gibt es für Bürger von 14 Staaten, neben Deutschland unter anderem Österreich und die Schweiz.

Quelle: (dpa) + fvw.de

Donnerstag, 13. Juli 2017

Ryanair warns baggage rules will be ‘rigorously enforced’ this summer

Passengers flying with Ryanair are being urged to “fully comply” with its cabin bag rules as the airline enters its busiest ever summer season.

The budget carrier warned that rules will be “rigorously enforced” after some travellers have been found to be taking larger than permitted bags on board its aircraft. Only 90 normal cabin bags can be carried at any one time due to overhead locker space restrictions and the reminder will have to be stowed in the hold. Only passengers who buy priority boarding from €5 are guaranteed to get their bag on board.The airline allows one normal sized (55cm x 40cm x 20cm) 10kg bag and one smaller bag on board per passenger.

Any over-sized luggage will either be refused or placed in the aircraft hold at a cost of €50. Ryanair chief marketing officer Kenny Jacobs said: “Customers are permitted to bring a normal cabin bag and a smaller bag onboard and the allowance of a second bag has been one of our most popular ‘Always Getting Better’ improvements.

“However, we’ve noticed some customers are bringing larger than permitted bags onboard, which can cause delays, and our policy may be reviewed should this practice continue.” He added: “As we enter the peak summer period with many full flights, we urge customers to ensure that they travel with less carry-on bags where possible.

“Our aircraft can only carry 90 larger carry-on bags and our gate agents will rigorously enforce our carry-on policy to avoid flight delays and ensure an enjoyable travel experience for all customers. “Any customers who wish to carry larger baggage are advised to purchase a checked-in bag.”

Quelle: TravelWeekly

Dienstag, 11. Juli 2017

Ukraine stoppt Ryanair

Die aggressive Airline Ryanair streicht ihre geplanten Strecken nach Kiew und Lemberg. Der Flughafen wollte sich offenbar nicht auf die Billigpraktiken der Iren einlassen. 

Foto: Getty Images
Auch Lemberg stand im Flugplan. Europas größter Billigflieger rückt einmal mehr in die Schlagzeilen. Derzeit ermittelt unter anderem die Staatsanwaltschaft Koblenz gegen einen Personaldienstleister der Airline wegen des Verdachts auf Sozialversicherungsbetrug.Der Flughafen in Kiew war nun offenbar nicht mehr bereit, sich auf die Billig-Deals der Iren einzulassen und ließ eine Einigung platzen. Gewöhnlich lässt sich Ryanair den Markteintritt in neue Destinationen mit Rabatten honorieren. Daraufhin verkündete Vorstandsmitglied David O’Brien nun, die geplanten Strecken nach Kiew und nach Lemberg in der West-Ukraine zu canceln. „Der Flughafen Kiew hat gezeigt, dass die Ukraine bisher leider kein hinreichend entwickelter oder verlässlicher Standort ist, in den Ryanair wertvolle Flugzeug-Kapazität investieren kann“, schimpft der Manager.
Pavlo Riabikin, Chef des Flughafens Kiew-Boryspil, sagte hingegen, die Forderungen von Ryanair seien nicht mit ukrainischem Recht vereinbar.
Tatsächlich dürfte es der Ukraine auch darum gehen, die beiden bereits verkehrenden Airlines UIA und Wizz Air vor dem aggressiven Vorgehen der Iren zu schützen. Für beide Gesellschaften ist die Ukraine, die sich nach wie vor in einer Wirtschaftskrise befindet, kein leichtes Pflaster. Offenbar will Kiew sicherstellen, dass kein neuer Anbieter diese Struktur zerstört und sich dann möglicherweise wieder vom Markt zurückzieht.
Ryanair wollte unter anderem von Berlin-Schönefeld und Memmingen (Allgäu Airport) nach Lemberg fliegen. Insgesamt sind elf Routen betroffen. Die frei werdenden Flugzeuge sollen nun unter anderem in Deutschland, Polen und Israel eingesetzt werden. Im Gegensatz zu Kiew hatte der Frankfurter Flughafen die umstrittene Airline mit speziellen Rabatten angelockt.

Wizz Air mit „Rettungstarif“

Wizz Air nutzt den Streit zwischen den Iren und Kiew zu einer Werbeaktion aus: Der ungarische Billigflieger bietet Passagieren, die von der Streckenstreichung betroffen sind, Tickets für 25 Euro für die Strecke Berlin–Lemberg an. Dieser „Rettungstarif“ gilt nach Angabe der Ungarn für die Zeit zwischen 8. September und 30. November. Die Original-Reservierung beim ungeliebten Konkurrenten müsse vorgelegt werden. Ryanair handelt in solchen Fällen gewöhnlich ähnlich.
Quelle: BizTravel (OG)

Donnerstag, 6. Juli 2017

Laptop-Verbote fallen

Mit einem Verbot von Laptops im Handgepäck wollten die USA die Sicherheit auf Flügen aus der arabischen Welt erhöhen. Vergangene Woche kündigten die US-Behörden aber eine Alternative an. Die ersten Laptops werden wieder an Bord mitgenommen.
Foto: Gettyimages
Den Laptop mit in die Kabine auf den USA-Flug nehmen – das ist nun wieder ab mehr Airports erlaubt. Das Verbot von Laptops und größeren elektronischen Geräten auf USA-Flügen im Handgepäck ist nach Angaben verschiedener Fluggesellschaften aufgehoben worden. 
Bei Flügen vom größten türkischen Flughafen Atatürk in die USA dürften alle elektronischen Geräte wieder mit an Bord genommen werden, teilte Turkish Airlines mit. Am Mittwochmorgen durften Passagiere auf einem Nonstop-Dienst von Istanbul nach New York demnach wieder Laptops bei sich haben. Die USA hatten im März einige Geräte im Handgepäck für Nonstop-Flüge von zehn Airports in Nordafrika, dem Nahen Osten und der Türkei wegen Sicherheitsbedenken verboten. In der vergangenen Woche hatte das US-Ministerium für Heimatschutz (DHS) ein Ende des Verbots angekündigt, sofern die Fluggesellschaften schärfere Sicherheitsvorschriften umsetzen.
Auch bei Flügen aus Dubai wurde das Verbot am Mittwoch nach Angaben der Emirates Airline aufgehoben. Der Carrier hatte zuletzt intensiv mit den örtlichen Behörden zusammengearbeitet, um die neuen US-Richtlinien umzusetzen.
Die von Abu Dhabi aus operierende Etihad Airways hatte bereits zu Beginn der Woche angekündigt, dass das Laptop-Verbot aufgehoben wurde, nachdem die Sicherheitsvorkehrungen verbessert worden seien. Die Saudia teilte mit, dass sie derzeit noch daran arbeite, die neuen Vorschriften umzusetzen. Bis spätestens Mitte Juli sollen aber alle Passagiere wieder Laptops und elektronische Geräte mit in die Kabinen nehmen dürfen.
Turkish Airlines gab an, dass das Verbot Auswirkungen auf insgesamt 1087 Flüge hatte. CNN Turk berichtete, dass die türkische Regierung auch in Gesprächen mit Großbritannien sei, um ein ähnliches Verbot aufzuheben.

Quelle:  (dpa) + BizTravel

Montag, 3. Juli 2017

Eurowings: Dynamische Preise fürs Gepäck

Der Billigflieger Eurowings hat für seinen Basic-Tarif ein neues Preismodell für Check-in-Gepäck eingeführt. Dabei werden die Kosten für einen aufgegebenen Koffer dynamisch festgelegt und richten sich auch nach der Nachfrage. Den genauen Preis erfährt man erst im Laufe des Buchungsprozesses. Er kann sich bei einer erneuten Abfrage aber erhöhen, auch wenn der Flugpreis gleichbleibt. Von der Fluggesellschaft heißt es zur Erklärung lediglich, man evaluiere ständig die Wirtschaftlichkeit der angebotenen Produkte und deren Preisstruktur und behalte sich vor, Änderungen vorzunehmen.
Ein Gepäckstück kostet für Basic-Passagiere nach dem neuen Modell auf der Kurzstrecke ab neun Euro pro Strecke, auf der Langstrecke ab 25 Euro. Als Höchstpreis gibt Eurowings 30 Euro an. Die Preise gelten bei Vorabbuchung – am Flughafen werden wie bisher schon die doppelten Beträge fällig.
Der Koffer kann damit je nach Nachfrage auch günstiger werden: Bisher lagen die Gebühren pauschal bei 15 Euro auf der Kurzstrecke und 30 Euro auf der Langstrecke.
Eurowings folgt mit dem neuen Pricing dem Beispiel von Easyjet und Ryanair, die schon länger keine festen Gepäcktarife haben. Bei Ryanair kostet ein Gepäckstück, das eingecheckt wird, bei 15 Kilo Gewicht und Online-Buchung zehn bis 50 Euro, bei 20 Kilo zwischen 15 und 60 Euro. Wie die Airline mitteilt, handelt es sich um ein dynamisches Pricing – die Gebühren fallen höher aus, wenn „die zusätzliche Gepäckbuchung in der Hochsaison oder auf bestimmten Flügen erfolgt“. Bei Easyjet bewegen sich die Preise bei Online-Buchung zwischen 16,90 und 39 Euro für einen Koffer mit 20 Kilo. 

Quelle: Touristik-Aktuell.de

Montag, 26. Juni 2017

Lufthansa expands its long-haul network

Lufthansa expands its route network and will offer new intercontinental destinations from Frankfurt and Munich in summer 2018.
New from Frankfurt Hub
San Diego (USA) is the second largest city in the U.S. state of California and eighth overall in the Unites States. The city is located in southwest California, close to the Mexican border. Due to the pleasant climate, San Diego is known as „America’s Finest City“ by its residents. The beaches and waves of the Pacific are particularly suitable for surfing. The city is also a hotspot for the biotech and telecommunications industry. Beginning in summer 2018, Lufthansa will offer five weekly San Diego flights from Frankfurt.
New from Munich Hub
Likewise in summer 2018, Lufthansa will reintroduce the Singapore route into its flight schedule from Munich. Five times a week, passengers will be able to fly from the Bavarian capital to the lively economic metropolis in Asia. At the same time, Lufthansa will offer more additional flights from Munich to Chicago, USA. Instead of seven times a week, Lufthansa will fly from Bavaria to the „Windy City“ ten times per week.
Good news for Airbus A380 Fans in Munich: Starting in summer 2018, Lufthansa will introduce the Airbus A380 in Munich on long-haul destinations to Los Angeles, Hong Kong and Beijing. For this reason, Lufthansa will transfer five of its 14 Airbus A380s from Frankfurt to Munich. As a result up to 500 new positions will be staffed in Bavaria.
“With the A380 we can offer our Munich customers a premium aircraft at a 5-Star Hub,“ said Harry Hohmeister, member of the Executive Board of Deutsche Lufthansa AG and responsible for Hub Management. “In recent years, we have made great progress in steering our hubs. We harmonized and integrated processes and are now more flexible in utilizing our aircraft at different locations. Quality, efficiency and growth will always remain our top priority.”

Lufthansa is showing a clear sign for continued growth in Bavaria. Over the next two years, the Lufthansa long-haul fleet in Munich will be receiving two more aircraft.
Quelle: Lufthansa
 
 
 

Dienstag, 20. Juni 2017

Renaissance der Reisebüros

Eigentlich dürfte es jemanden wie Christian Stosius gar nicht mehr geben. Der Mann ist 35 Jahre alt und gelernter Reisekaufmann. Er verdient seinen Lebensunterhalt also mit einem Beruf, der schon seit einiger Zeit als tot gilt, der Digitalisierung zum Opfer gefallen. In der Sprache der „Disrupter“, also all jener, die mit Hilfe des Internets alte Jobs zerstören und neue wieder aufbauen, gilt er als „Bildschirmrückseitenberater“ und damit als jemand, der den Kunden nur umständlich vorliest, was sie sich selbst im Internet heraussuchen könnten. Dass der preissensible Verbraucher dies nicht mehr mitmacht, galt lange Zeit als ausgemacht. 
Und tatsächlich, zunächst sah auch alles nach einem langsamen, schmerzvollen Tod aus: Seit dem Jahr 2002 ging es mit der Zahl der Reisebüros stetig bergab. Das war zufälligerweise das Jahr, in dem Stosius seine Ausbildung begann. Es wäre ein guter Zeitpunkt gewesen, sich umzuorientieren. 14.235 Reisebüros gab es damals in Deutschland, und seitdem wurden es Jahr für Jahr weniger, weil immer mehr Menschen ihre Reise im Internet buchen:
Bahn- und Flugticket, Hotel, Mietwagen, Pauschalreisen, alles lässt sich bequem von zu Hause aus organisieren. Viele Teenager haben noch nie ein Reisebüro von innen gesehen. Von diesem Konzept haben sie erst gehört, als die Youtube-Ikone Bibi einmal einen Thomas-Cook-Katalog zierte. Verdutzt stellten ihre Fans fest, dass es die Informationen aus dem Netz auch in Hochglanz-Broschüren gibt, ebenfalls kostenlos.
Das alles spricht nicht gerade für eine rosige Zukunft der Branche, doch die Zahlen sind erstaunlich positiv. Auch heute noch wird nicht einmal die Hälfte der vorab gebuchten Reisen mit einem Marktvolumen von knapp 60 Milliarden Euro online gebucht, den Zahlen des Deutschen Reise-Verbandes zufolge sind es gerade einmal 40 Prozent. Für die restlichen 60 Prozent suchen die Menschen noch immer lieber ein Reisebüro auf. Deshalb hält sich die Zahl der Läden seit 2012 erstaunlich wacker, es geht sogar langsam wieder bergauf. Im vergangenen Jahr lag die Zahl wieder knapp unter der 10.000er-Marke.

Christian Stosius gehört eins der 9938 Reisebüros in Deutschland, ein Franchise-Laden des Touristik-Konzerns Thomas Cook mitten im Einkaufszentrum „Taunus Carré“ im kleinen Taunusstädtchen Friedrichsdorf. Schon seinen Eltern gehörte ein Reisebüro in Friedrichsdorf, das gibt es auch noch immer. Mit dem 33 Quadratmeter großen Laden im Einkaufszentrum hat sich Familie Stosius also noch einmal vergrößert. Die Frage ist: Warum eigentlich?
An Schnäppchen mangelt es dem Internet nicht, gerade in Sachen Urlaub jagt eine Rabattschlacht die nächste. Vergleichsportale, so scheint es zumindest, weisen zuverlässig den Weg durch den Tarifdschungel. Das Internet hat rund um die Uhr geöffnet, der nächste Sommerurlaub lässt sich deshalb auch mitten in der Nacht buchen oder am heiligen Sonntag. Herr Stosius macht seinen Laden dagegen pünktlich zu.
Das Internet allerdings hilft auch ihm. Wer heute ins Reisebüro geht, muss sich nicht an unzähligen Katalogständern vorbeidrücken. Man sitzt auf Barhockern, bekommt noch einen Kaffee und kann schon einmal ganz eigenständig auf dem „Inspirator“, einem bereitgestellten Tabletcomputer, durch all die Angebote wischen, die die Software für den Kunden herausgesucht hat: je nachdem, ob er sich als „Genießer“, „Wasserratte“ oder „Sonnenanbeter“ sieht, und je nachdem, ob er sich eine Reise der Kategorie „Smart“ für günstig, „Classic“, „Premium“ oder „Deluxe“ gönnen möchte.
Die Reiseveranstalter haben das schon längst erkannt. Unternehmen wie Thomas Cook oder TUI arbeiten seit Jahren mit Hochdruck an neuen Ladenkonzepten, auch viele unabhängige Anbieter mischen mit. Der Kunde soll sich gemeinsam mit dem Berater „partnerschaftlich“ eine Reise aussuchen, von einem Verhältnis „auf Augenhöhe“ ist die Rede. Das schlägt sich auch im Ambiente nieder. 3D-Brillen mit Bildern von Reisezielen und Hotels sorgen schon vor Ort für beste Urlaubsstimmung. „Flagship-Stores“ wie der von TUI in Berlin erinnern eher an Raumschiff Enterprise als an Reisebüros. Hauptsache, modern.

Das Internet hilft Anbietern wie Stosius allerdings auch noch auf ganz andere Weise: Es ist schlicht zu kompliziert geworden. Das weiß jeder, der schon einmal bei Expedia schnell einen Lufthansa-Flug gebucht hat, ohne zu merken, dass sich hinter dem Spottpreis nur ein gepäckfreier Tarif verbirgt. Die Koffer selbst kosten noch einmal 40 Euro extra – je Stück. „Hätten Sie doch gleich bei uns gebucht“, seufzt die Dame an der Lufthansa-Abfertigung dann, schließlich ist es ihre Aufgabe, die nörgelnden Expedia-Kunden wieder zu besänftigen.
Auch Christian Stosius kann da nur milde lächeln. Das Vorurteil, im Reisebüro sei alles viel teurer, habe ohnehin noch nie gestimmt, sagt er dann. Bei Pauschalreisen gilt in Deutschland eine Preisbindung. Genauso wie in jedem Buchladen die Bücher gleich teuer sind, kostet auch die eine spezielle Reise, 14 Tage Gran Canaria in ein bestimmtes Hotel zu einem bestimmten Zeitpunkt, überall genau gleich viel. Ob Flugreise, Mietwagen, Hotelbuchung – alle greifen auf die gleichen Datenbanken zu. Man muss sich nur auskennen. Und das ist genau das Problem:
„Viele Kunden wollen sich die umständliche Recherche zu Hause nicht mehr antun“, sagt Thomas-Cook-Manager Thomas Kloss, zuständig für die konzerneigenen Reisebüros. Das wird auch so bleiben, denn Reisen wird nicht etwa leichter. „Das Reiseangebot ist so vielfältig geworden. Neben der klassischen Pauschalreise gibt es viele Baustein-Produkte, die miteinander kombiniert werden können.“
Die Deutschen sind ohnehin in Sachen Urlaub erstaunlich spendabel. Die paar Wochen im Jahr sind ihnen sogar wichtiger als Autos. Durchschnittlich rund 1020 Euro investieren die Kunden in diesem Jahr in ihre Urlaubsreise, schätzt die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Für ihre Autos haben die Deutschen im vergangenen Jahr knapp 200 Euro weniger ausgegeben. Dafür lohnt sich dann auch der Gang ins Reisebüro.

Quelle: FAZ

Mittwoch, 14. Juni 2017

Airberlin-Krise verschärft sich weiter


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Wenn sich am Mittwoch die Aktionäre von Airberlin zur Hauptversammlung in London treffen, werden sie über die aktuellen Ereignisse rund um das Unternehmen bestens informiert sein. Denn seit Wochen ist ihr Unternehmen in den Schlagzeilen. Allerdings sind die in den seltensten Fälllen positiv. Zu  den jüngsten öffentlich gemachten Anekdoten zählt die des Passagiers, der erst 15 Minuten vor dem Boarding darüber informiert wurde, dass sein Flug von Stuttgart nach Berlin gestrichen sei. Und um das Maß voll zu machen, heißt es in der vom "Focus" verbreiteten Meldung, die Crew sei noch später davon in Kenntnis gesetzt worden als der Fluggast.
Mit solchen Hiobsbotschaften verschlechtert sich die Lage von Airberlin und ihrer österreichischen Schwestergesellschaft Niki täglich. Denn es ist unwahrscheinlich, dass viele Kunden angesichts zahlreicher Flugausfälle und Verspätungen sowie der wirtschaftlich angespannten Lage derzeit zu Neubuchungen bereit sind. Erst recht nicht, wenn sie zu wirtschaftlich tragfähigen Preisen oder gar langfristig erfolgen sollen.

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Foto: AirBerlin

Teure Flugausfälle und Verspätungen. Hinzu kommt, dass Verspätungen und Flugausfälle die Airline teuer zu stehen kommen, zumal immer mehr Passagiere über die Entschädigungsregelungen in solchen Fällen Bescheid wissen und die diversen Portale zur Einforderung von Fluggastrechten die Gunst der Stunde geschickt nutzen, um sich und ihre Services ins rechte Licht zu rücken. Allein das Portal Fairplane gibt an, in diesem Jahr schon 1,85 Millionen Euro für seine Kunden von Airberlin eingestrichen zu haben.
Auch die jüngsten Verkehrszahlen dürften nicht zur Entspannung beitragen. Denn im Mai beförderte Airberlin mit rund 2,2 Millionen Passagieren 18 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Die Auslastung sank um gut einen Prozentpunkt auf 79 Prozent. Ob Airberlin mit staatlicher Unterstützung rechnen kann, wie von Airline-Chef Thomas Winkelmann angefragt, ist zudem mindestens unsicher. Aus dem Bundeswirtschaftsministerium hatte es dazu erst geheißen, Voraussetzung für eine Bürgschaft sei ein tragfähiges Zukunftskonzept des Unternehmens. Nun erklärte eine Sprecherin, die Prüfung der Anfrage werde "einige Wochen bis Monate" dauern. Auch Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries meldete sich zu Wort: "Die Situation von Air Berlin ist prekär, sonst würde so ein Antrag auf Bürgschaft nicht gestellt", sagte die SPD-Politikerin.
Lufthansa könnte der große Gewinner sein. Recht entspannt kann dagegen der avisierte Partner oder Retter Lufthansa die Entwicklung beobachten. Grundsätzlich will er Airberlin als Schutzschild gegen ein weiteres Vordringen von Billig-Airlines wie Ryanair oder Easyjet gerne erhalten und ist, wie Vorstandschef Carsten Spohr mehrfach bekräftigte, auch an einer Übernahme interessiert. Allerdings nur, wenn deren Gesellschafter Etihad vorher die Schulden in Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro trägt. Unter wettbewerbsrechtlichen Gesichtspunkten seien die Chancen dafür gar nicht schlecht, sagte nach Kartellrechtlers Martin Gramsch der Nachrichtenagentur DPA. Möglich sei etwa eine "Sanierungsfusion". In diesem Fall müsste die Lufthansa belegen, dass Air Berlin sonst von der Insolvenz bedroht wäre und aus dem Markt ausscheiden würde.
Falls aber doch alles daneben geht und Airberlin richtig in die Pleite schlittert, hat sich Lufthansa gegen unmittelbare Folgen abgesichert. Die meisten der 38 Airberlin-Jets, die für die Kranich-Airline fliegen, laufen mittlerweile über eigene Leasing-Verträge. Offenbar sehen auch die Analysten Lufthansa als  potenziellen Gewinner aus der Airberlin-Krise. Jedenfalls stieg der Aktienkurs der Fluggesellschaft seit dem Jahresbeginn um knapp 50, im vergangenen Monat um neun und am Dienstag um immerhin drei Prozent. Neben der Situation des nationalen Rivalen könnte allerdings auch die aktuelle Krise der Airlines in der Golfregion ihren Teil dazu beigetragen haben.

Quelle: Gloobi.de

Donnerstag, 8. Juni 2017

Kreditkarten-Gebühren verboten

Manche Airlines sowie die Bahn haben bislang Extra-Gebühren genommen, wenn die Tickets per Kreditkarte bezahlt wurden. Das ist von 2018 an nicht mehr möglich.
Foto: imago/Westend61
Wer vor dem Online-Verkauf überlegt, welche Zahlungsart er wählt, kann Geld sparen.
Wer sein online erworbenes Flugticket per Kreditkarte bezahlt hat, dem haben viele Fluggesellschaften – vor allem die Billigflieger – bislang eine gesonderte Gebühr dafür in Rechnung gestellt. Nun hat der Bundestag das Verbot dieser Regelung beschlossen und damit für die Umsetzung der zweiten Zahlungsdienste-Richtlinie der Europäischen Union in nationales Recht gesorgt. Das Gesetz tritt zum 1. Januar 2018 in Kraft. Bis dahin müssen auch Airlines wie die Lufthansa ihre vor einigen Jahren eingeführte Kreditkarten-Gebühr (OPC) wieder abgeschafft haben. Ebenso müssen auch Billigflieger und die Bahn auf die Erhebung von zusätzlichen Entgelten bei Kartenzahlung verzichten. Bisher waren solche Aufschläge zulässig und gerade Low Cost Airlines haben darin eine lukrative Einnahmequelle gesehen.
Die Kreditkarten-Zahlung muss ohne weitere Gebühren akzeptiert werden. Dies gilt auch für Zahlungsarten wie Überweisungen und Lastschriften in Euro sowie Debitkarten (ehemalige EC-Karten). Bei den Kreditkarten darf es keine Gebühren für weit verbreitete Karten wie Mastercard und Visa geben. Wer hingegen mit wenig verbreiteten Karten wie American Express oder Diners Club bezahlt, den dürfen die Fluggesellschaften sowie die anderen Anbieter auch künftig gesondert zur Kasse bitten. Auch Zahlungen mit Angeboten wie Paypal können weiter mit Gebühren belastet werden.
Hintergrund, was die Kreditkarten betrifft: Nur für Vier-Parteien-Kartenzahlverfahren wie Master und Visa wurde vor zwei Jahren die Deckelung der Händlergebühr auf 0,3 Prozent des Umsatzes vorgeschrieben. Damit kostet der Einsatz dieser Karten die Händler kaum noch etwas. Anders ist dies beim Drei-Parteien-Verfahren von American Express: Dieses darf weiterhin hohe Entgelte vom Handel verlangen. Somit sind Gebühren für Kunden, die Karten dieses Anbieters einsetzen, auch künftig zulässig.
Quelle: Biztravel (OG)

Mittwoch, 7. Juni 2017

Airbus prüft Kürzung der A-380-Produktion

Es wäre bereits die zweite Kürzung: Airbus will die Jahresproduktion des A-380 weiter herunterfahren. Grund sind fehlende Aufträge. Auch mit anderen Modellen gibt es Probleme.

Foto: Airbus
Schlechte Perspektiven für das weltgrößte Passagierflugzeug. Für den Airbus A-380 fehlen Neubestellungen. Der Flugzeug-Hersteller Airbus denkt wegen ausbleibender Neubestellungen für den weltgrößten Passagierjet A-380 über eine weitere Kürzung der Produktion nach. Das Unternehmen prüfe, wie es die Zahl der Auslieferungen am besten unter die Marke von zwölf Jets pro Jahr senken könne, sagte Airbus-Programmchef Didier Evrard am Rande der Generalversammlung des Weltluftfahrt-Verbands Iata im mexikanischen Cancun. Airbus hatte bereits 2016 bekanntgegeben, die Jahresproduktion des Riesenfliegers auf zwölf Maschinen pro Jahr mehr als zu halbieren. Diese Marke soll 2018 erreicht sein.
Über eine weitere Kürzung will Airbus laut Evrard noch in diesem Jahr entscheiden, sofern Neubestellungen ausbleiben. „Es ist wahrscheinlich, dass wir unter einen Flieger pro Monat gehen müssen“, sagte der Manager. Laut Verkaufschef John Leahy spricht das Unternehmen weiter mit möglichen Käufern über neue Bestellungen.
Ganz große Flugzeuge mit vier Triebwerken wie die A-380 und Boeings Jumbo-Jet B-747-8 sind bei den Airlines seit Jahren kaum noch gefragt. Fluggesellschaften setzen verstärkt auf mittelgroße Langstreckenjets wie die A-350 von Airbus und die Boeing B-787 Dreamliner.
Sorgen bereiten Airbus auch Probleme beim modernisierten Mittelstreckenjet A-320neo. Die Produktion liege teils hinter dem Zeitplan zurück, sagte Leahy. Hitzeprobleme an den Triebwerken des Zuliefereres Pratt & Whitney hatten schon 2016 den Start des Verkaufsschlagers verzögert. Ärger gibt es auch mit den Sitzen des jüngsten Großraumjets A-350.
Quelle:  (dpa)

Dienstag, 16. Mai 2017

Italien führt Passkontrollen durch

Nicht nur für Geschäftsreisende gilt im Mai die Pflicht, einen Reisepass oder Personalausweis mitzuführen, wenn sie nach Italien mit Flugzeug, Bahn oder Auto reisen.
Wie das Auswärtige Amt in seinem aktuellen Reisehinweis auf der Website schreibt, führen italienische Sicherheitskräfte an allen Grenzübergängen wegen des Treffens der Staats- und Regierungschefs anlässlich des G7-Gipfels in Taormina (Sizilien, 26. bis 27. Mai 2017) in der Zeit vom 10. Mai bis einschließlich 30. Mai 2017 gem. Artikel 25 Schengener Grenzkodex vorübergehend temporäre Grenzkontrollen an den Luft-, Land- und Seegrenzen wieder ein.  
Auch Businesstraveller müssen sich darauf einstellen, etwas längere Wartezeiten zu kalkulieren und Reisedokumente dabei Hand zu haben. Wer keinen Personalausweis oder Reisepass vorzeigen kann, wird möglicherweise nicht ins Land gelassen.

Quelle: Auswärtiges Amt / DMM

Dienstag, 4. April 2017

A380: Airbus bietet Riesenflieger mit 80 zusätzlichen Sitzen an http://flip.it/xWpZhI

Mittwoch, 29. März 2017

Unister: Finanzmakler muss drei Jahre in Haft

Das Landgericht Leipzig hat im Fall des Finanzbetrugs gegen Thomas Wagner und Oliver Schilling ein Urteil gefällt. Der Finanzmakler der Unister-Manager, der bereits seit Juli 2016 in Untersuchungshaft sitzt, wurde nun laut MDR zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Er wurde beschuldigt, den für Wagner verhängnisvollen Deal in Venedig eingefädelt zu haben. Wagner starb Mitte Juli 2016 auf dem Rückflug von Venedig durch den Absturz eines gecharterten Kleinflugzeugs in den Alpen. Die Ursachen des Absturzes sind nach wie vor ungeklärt.

Das Landgericht Leipzig sah es in seiner Urteilsbegründung als erwiesen an, dass sich der Finanzmakler des vorsätzlichen Betrugs in zwei Fällen als Mittäter schuldig gemacht habe. Zuvor hatte die Generalstaatsanwaltschaft fünfeinhalb Jahre Haft gefordert.

Quelle: www.touristik-aktuell.de

Stewardess ersetzt Co-Piloten

Kreislaufprobleme im Cockpit: Stewardess ersetzt Co-Piloten http://flip.it/x0srtt

Turkish Airlines sammelt Tablets & Co. am Gate

Für Turkish Airlines-Flüge in die USA und nach Großbritannien gelten ab sofort neue Regeln. Danach dürfen elektronische mobile Endgeräte nicht mehr in die Kabine mitgenommen werden, wenn der Flug in der Türkei startet.

Für Geschäftsreisende, die an einem türkischen Airport ein Flugzeug mit Ziel USA oder UK besteigen wird folgender Service geboten:
  • Laptops, Tablets und andere Geräte können bis zum Boardinggate genutzt werden.
  • Autorisiertes Personal sammelt diese dann ein und überreicht die Geräte nach Ankunft wieder.
  • Der Transport der Geräte wird in stabilen und innenseitig gepolsterten Koffern, die im Flugzeug         befestigt werden, durchgeführt.
An Bord erwartet die Passagiere ein umfangreiches Unterhaltungsprogramm mit ca. 400 Filmen, 1.500 Musikalben, über 750 TV-Serien, Dokumentationen und vielem mehr. Wie DMM berichtete, haben die USA und UK mit Wirkung zum 25. März 2017 neue Richtlinien zur Einreise erlassen. Auf Flügen ab Istanbul ist die Mitnahme von elektronischen Geräten als Handgepäck, größer als ein Smartphone (ausgenommen sind medinzinische Geräte), nicht mehr gestattet. Die Richtlinie gilt nur auf Hinflügen ab dem Drehkreuz von Turkish Airlines, Istanbul, in die USA (Atlanta, Boston, Chicago, Houston, Los Angeles, Miami, New York, San Francisco, Washington) und nach UK (Birmingham, London, Manchester, Dublin, Edinburg). Auf allen anderen, über 280 Strecken, können die Passagiere ihre elektronischen Geräte wie gewohnt im Handgepäck mitführen.
In Deutschland und Österreich fliegt Turkish Airlines bis zu 360 Mal wöchentlich ab Berlin, Bremen, Hamburg, Hannover, Düsseldorf, Friedrichshafen, Karlsruhe/Baden-Baden, Köln, Münster/Osnabrück, Leipzig/Halle, Frankfurt, Stuttgart, Nürnberg, München, Graz, Salzburg und Wien in die Türkei und bietet über das Drehkreuz Istanbul ideale Anbindungen in den Nahen und Mittleren Osten, nach Afrika und Asien.
Quelle: Turkish Airlines / DMM

Dienstag, 28. März 2017

Höhere Frequenzen und neuer Airbus

Vom 2. Januar 2018 an setzt Vietnam Airlines den A-350 zwischen Frankfurt und Hanoi beziehungsweise Ho-Chi-Minh-Stadt ein. Statt wie bislang neunmal wird die Airline dann zehnmal nach Vietnam fliegen.  
Einer von insgesamt 19 neuen A-350


Sieben Maschinen dieses Typs wurden bislang ausgeliefert und fliegen unter anderem von Vietnam nach Paris, Schanghai und Seoul. Insgesamt hat Vietnam Airlines 14 Airbus A-350 bestellt, die bis 2019 ausgeliefert werden sollen. Laut Pressemitteilung erhöht die Fluggesellschaft von 2018 an die Flugfrequenz zwischen Frankfurt und Vietnam von neun auf zehn Flüge pro Woche: 2018 fliegt Vietnam Airlines sechs Mal wöchentlich nach Hanoi und vier Mal in der Woche nach Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon). Beide Flugrouten werden nonstop in einer Flugzeit von rund 10,5 Stunden zurückgelegt. Der A-350 ist für 305 Fluggäste ausgelegt: Die Business Class ist mit 29 Sitzplätzen und die Economy Class mit 240 Sitzen bestuhlt. Darüber hinaus gibt es 36 Plätze in der Premium Economy Class. Der A-350 bietet somit zehn Prozent mehr Kapazität gegenüber dem bisher eingesetzten Dreamliner. Dieser bedient die Langstrecke Frankfurt–Vietnam noch bis Ende 2017 und wird im kommenden Jahr auf Routen nach Japan, Korea und Australien eingesetzt.
 
Quelle: BizTravel (OG), Foto: Vietnam Airlines
 

Lufthansa und Cathay starten Kooperation

Mit Lufthansa und Cathay Pacific arbeiten zukünftig zwei Airline-Gruppen zusammen, die konkurrierenden Allianzen angehören. Sie starten ein Code Sharing und verknüpfen ihre Vielflieger-Programme.
Bereits vom 26. April an können Lufthansa, Swiss und Austrian Airlines Umsteigeflüge über Hongkong zu vier Zielen in Australien und Neuseeland unter eigener Flugnummer vermarkten. Ab Hongkong reisen die Passagiere mit Cathay Pacific dann nach Sydney, Melbourne, Cairns sowie Auckland und ergänzen so das Streckennetz der Lufthansa-Gruppe in der Region Süd-Pazifik. Weitere Strecken sind geplant.
Für Cathay eröffnet sich nun die Möglichkeit, 14 Destinationen in Europa mit eigener Flugnummer zu vermarkten. Die Weiterflüge ab Frankfurt, Düsseldorf, Wien und Zürich werden von den Airlines der Lufthansa-Gruppe durchgeführt. Die Passagiere können auf den Weiterflügen für die jeweiligen Vielflieger-Programme Meilen sammeln.
Cathay-CEO Ivan Chu und Lufthansa-Chef Carsten Spohr setzen damit den Trend fort, dass Airlines über die Grenzen der Airline-Allianzen hinweg zusammenarbeiten. Die Lufthansa-Gruppe gehört der Star Alliance an, Cathay ist Mitglied von Oneworld, zu der unter anderen British Airways und Iberia gehören.
Lufthansa-Chef Spohr verbessert schrittweise die Anbindung seiner Airline an die wachsenden Luftverkehrsmärkte in der Region Asien/Pazifik. „Die Zusammenarbeit mit Cathay Pacific wird ein weiterer wichtiger Baustein unserer Asien-Strategie und ergänzt bestehende kommerzielle Joint Ventures mit All Nippon Airways, Singapore Airlines und Air China sowie unserer anderen Star-Alliance-Partnerschaften in Asien.“ Spohr stellt damit auch klar, die die kürzlich vereinbarte Zusammenarbeit mit Etihad Airways keine Sonderstellung bei Lufthansa bekommt.
Quelle: BizTravel

Donnerstag, 23. März 2017

Wie Ryanair abzockt

Die „Story im Ersten“ zeigte, welche gefährliche Folgen die herrschende „Geiz-ist-Geil“-Mentalität in der Luftfahrt hat. Vor allem Ryanair arbeitet demnach am Rande der Legalität.

Für Billigpreise bietet Ryanair Flugsitze an – und scheffelt dennoch jedes Jahr riesige Gewinne. Die Methoden, mit denen der irische Billigflieger dabei vorgeht, zeigte gestern die ARD in ihrer „Story im Ersten“. Was dabei herauskam, gleicht einem Krimi: Ryanair führt demnach mit einem ausgeklügelten Geschäftsmodell nicht nur eine zuvor funktionierende Branche in den Ruin, sondern arbeitet mit einem äußerst verschachtelten Modell aus Personaldienstleistern, Pilotenfirmen und sogenannten „Betriebsstätten“.
Die Dummen sind dem ARD-Beitrag zufolge nicht nur die Piloten, die nur dann bezahlt würden, wenn sie wirklich im Cockpit sitzen. Offenbar zockt der irische Billigflieger auch den Staat und damit die deutschen Steuerzahler ab, indem er Steuer- und Sozialversicherungsbetrug in riesigem Ausmaß begeht. Dazu lässt der Film Arbeitsrechtler und Luftfahrtexperten zu Wort kommen.
Erst kürzlich habe auch die Staatsanwaltschaft Koblenz ein Ermittlungsverfahren gegen vier Ryanair-Manager eröffnet (wir berichteten). Und auch in Frankreich und Großbritannien haben der Reportage zufolge inzwischen Staatsanwälte, Steuerbehörden und Sozialversicherungsträger das Geschäftsmodell der Iren im Fokus.

Kein Geld bei Krankheit

Dabei geht es um die Frage, auf welche Art viele der vom Billigflieger eingesetzten Piloten beschäftigt sind. Das System sei verschachtelt: Piloten müssen sich den ARD-Recherchen zufolge zum Schein selbstständig machen und ihren Arbeitsvertrag nicht mit Ryanair, sondern mit Personalvermittlern abschließen und zusätzlich eigene „Betriebsstätten“ gründen.
Aus Piloten, die in Deutschland wohnen, mache Ryanair freie irischer Unternehmer. Für diese gelte das deutsche Arbeitsrecht dann nicht, das heißt, Kosten für Krankenkasse und Sozialabgaben fallen nicht an. Zu Hunderten seien diese Firmen in Büros „beheimatet“, in denen in der Realität jedoch nur einige Steuerberater tätig seien.
Und weil bei Krankheit nicht gezahlt werde, sollen sich Piloten auch dann ins Cockpit setzen, wenn sie eigentlich nicht arbeitsfähig seien – um weiterhin Lohn zu erhalten. In der ARD-Doku erzählt dies ein ehemaliger Pilot des Billigfliegers. Kranke Flugkapitäne allerdings stellten für die Flugsicherheit eine enorme Gefahr dar, sagt dieser.

Wenig Sprit an Bord

Änderte Ryanair bei Gesetzesänderungen ihr Beschäftigungsmodell bislang immer sehr rasch, erhöht sich der Druck auf die Iren nun. Die beiden Personalvermittler Brookfield und Mc Ginley Aviation, über welche die Billig-Airline die Piloten-Verträge abschließen lässt, scheinen nicht mehr mitspielen zu wollen. Sie haben – zumindest der ARD-Dokumentation zufolge – erstmals gegenüber der Staatsanwaltschaft Ryanair der Scheinselbstständigkeit bezichtigt.
Ryanair weist in einer Stellungsnahme alle Aussagen in der Sendung als falsch zurück. Die Airline sei an den Börsen von Dublin, London und New York notiert und halte sich an irisches und EU-Recht. Zudem hätten Piloten die Möglichkeit, ihre Krankheitstage innerhalb von 365 Tagen nachzuarbeiten. Auch sei man nicht Gegenstand der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Koblenz.

Alles nur Gewerkschafts-Propaganda?

Eddie Wilson, Chief People Officer bei Ryanair, schreibt: „Dieses ARD-Programm entbehrt jeder Grundlage und war lediglich ein Mittel für die gescheiterten Piloten-Gewerkschaften der Lufthansa, um von ihren ständigen Streiks sowie den Lohn- und Arbeitskürzungen abzulenken.“ Mit der Staatsanwaltschaft Koblenz werde bei deren Ermittlungen „zusammengearbeitet“, so Wilson.
Arbeitsrechtler und Steuerexperten kritisieren die Fluggesellschaft allerdings seit langem. Sie sehen diese knapp an der Grenze der Legalität agieren. Nicht allein die angeprangerte Ausbeutung des Personals steht im Fokus. Auch soll Ryanair Piloten anweisen, möglichst wenig Sprit zu tanken: Die Sendung berichtet über Fälle, in denen Ryanair-Piloten Notrufe absetzten, weil sie sofort landen mussten. Auch dies weist der Billigflieger zurück.

Quelle: BizTravel (OG)

Die Zukunft des "Fliegens" und der Arbeitswelt?!

Fliegen auf Kosten aller?

Ryanair eröffnet Basis

Auf zweistellige Zuwachsraten kann der beschauliche Flughafen Memmingen vertrauen. Europas größter Billigflieger stationiert einen Jet dort und kündigt noch mehr Strecken an.
Mit Beginn des nächsten Winterflugplans Ende Oktober stationiert Ryanair einen Boeing-Jet am Allgäu Airport in Memmingen. Damit sollen sieben neue Routen aufgenommen werden. Neben den bereits für den Winter angekündigten Verbindungen nach Fes, Sevilla, Thessaloniki und Warschau kommen auch Strecken nach Lviv (Ukraine), Oradea (Rumänien) und Stockholm hinzu. Obendrein wird der saisonale Palma-Dienst in den Winter hinein verlängert.
Insgesamt wächst das Angebot von Ryanair in Memmingen somit auf 17 Routen. Pro vollem Kalenderjahr sollen dort 825.000 Passagiere befördert werden. Der Memminger Flughafen-Chef Ralf Schmid freut sich darüber sehr und rechnet damit, dass Ryanair auch künftig etwa die Hälfte der Linienfluggäste am Allgäu Airport stellen wird. Er mahnt allerdings auch: „Unser Partner erwartet einen zeitnahen Ausbau unseres Flughafens und vertraut auf die politischen Akteure, ihren Zusagen Taten folgen zu lassen und die geplanten Maßnahmen zu unterstützen.“

Quelle: BizTravel (LS)

Montag, 20. März 2017

Iberia: Low-Cost-Langstrecken ab Barcelona

Ein neues Low-Cost-Angebot für Langstreckenflüge namens „Level“ geht am 1. Juni an den Start: Die International Airlines Group (IAG), zu der Iberia, British Airways, Aer Lingus und Vueling gehören, stationiert zwei Langstrecken-Jets in Barcelona und bietet zunächst vier Strecken an. Zweimal wöchentlich geht es nach Los Angeles, dreimal nach Oakland. Ab 10. Juni kommen zwei Flüge nach Punta Cana, ab 17. Juni drei nach Buenos Aires hinzu. Von Deutschland aus bringt Vueling Passagiere aus Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, München, Nürnberg und Stuttgart nach Barcelona. 
Für die Marke Level fliegen zwei neue Airbus A330-200 mit je 314 Sitzen, davon 21 in der Premium Economy Class. Im günstigsten Tarif sind Bordverpflegung, Sitzplatzreservierung und die Aufgabe von Gepäck nicht inbegriffen. Eingesetzt werden zunächst Crews von Iberia. Das Angebot soll künftig auf weitere europäische Abflughäfen ausgedehnt werden.
Mit den Level-Flügen kontert IAG den Langstrecken-Start von Norwegian in Barcelona: Ab Juni fliegen auch die Skandinavier von dort aus nach Oakland und Los Angeles. 

Quelle: touristik-aktuell.de

Mittwoch, 15. März 2017

Fluglotsen kündigen Streik an

Am 20. März könnte es für Flugreisende in Italien wieder ungemütlich werden. Die Gewerkschaften haben für diesen Tag einen Streik bei der staatlichen Flugüberwachung ENAV angekündigt. Der Ausstand soll von 13 bis 17 Uhr dauern. Betroffen sind alle Aera Control Center (ACC), die den Flug durch die unterschiedlichen Lufträume überwachen, und die Fluglotsen an der Airports des Landes. Findet der Streik wie angekündigt statt, sollten sich Reisende in Italien auf Verspätungen und Flugausfälle einstellen. Welche konkreten Auswirkungen zu erwarten sind, ist derzeit noch nicht absehbar.

Quelle: Travel.one (KG)

Dienstag, 14. März 2017

LOT fliegt neu Stuttgart-Warschau

Die Fluggesellschaft LOT Polish Airlines bietet Geschäfts- und Privatreisenden ab dem 01. Juni 2017 tägliche Flüge von Stuttgart nach Warschau.
Von Montag bis Freitag starten zwei Flüge pro Tag mit einer Embraer jeweils um 10.30 Uhr und abends um 19.35 Uhr, am Wochenende gibt es je einen Flug täglich. Buchbar ist die Verbindung bereits ab 13. März 2017. Von ihrem Drehkreuz Warschau aus bietet die LOT zahlreiche Anschlussverbindungen innerhalb Osteuropas, aber auch nach Zielen in Asien und den USA an. Im Flugplan stehen zum Beispiel Breslau, Krakau, Kiew, Kharkov, Vilnius, Sankt Petersburg, Peking, Tokio, Seoul, Astana oder Los Angeles als Umsteigeverbindungen. Die 1929 gegründete Airline ist Mitglied der Luftfahrtallianz Star Alliance, sie betreibt eine Flotte von über 40 Flugzeugen.
Quelle: Stuttgart Airport / DMM

Deutliches Plus bei Fahrgästen

Der Gotthard-Basistunnel ist seit 100 Tagen in Betrieb. Die SBB zieht eine positive Bilanz. Die Zahl der Fahrgäste sei deutlich gestiegen. Der Fahrgastverband Pro Bahn Schweiz bemängelt hingegen Verspätungen und Zugausfälle.
Foto: SBB
Vom Gotthard-Basistunnel soll der Tourismus in der Region profitieren – die SBB verzeichnet nach 100 Tagen gestiegene Passagierzahlen. Nach den ersten 100 Tagen des Gotthard-Basistunnels im Vollbetrieb zieht die Schweiz eine positive Bilanz.
8900 Fahrgäste seien durchschnittlich pro Tag mit den Zügen durch den längsten Eisenbahntunnel der Welt gefahren, teilten die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) auf Anfrage mit. Das seien 30 Prozent mehr Fahrgäste als im selben Zeitraum des Vorjahres auf der alten Strecke. Insgesamt sind laut SBB mehr als 10.000 Güter- und Personenzüge durch den 57 Kilometer langen Basistunnel gefahren. Bis Anfang Februar verzeichneten die SBB 43 ausgefallene Züge. Der Fahrgastverband Pro Bahn Schweiz ist durchaus kritisch. Es laufe „mehr schlecht als recht“, urteilt Präsident Kurt Schreiber über die ersten drei Monate. Im Februar sei es zwei Mal zu mehr als einstündigen Verspätungen gekommen. Im Güterverkehr habe es Mitte Februar Probleme gegeben, als ein Zug liegengeblieben sei. Sieben Stunden sei der Tunnel für Güterzüge nur eingeschränkt befahrbar gewesen. „Wir brauchen keine deutschen Verhältnisse“, ergänzt Schreiber. Auch die SBB gibt zu, dass es bei der Pünktlichkeit noch Handlungsbedarf gebe.
Profitieren sollen vom Tunnel nicht nur Bahnreisende, sondern auch der Tourismus im Kanton Uri. Dort können Zug-Fans seit Anfang Februar die mit Tempo 200 vorbeirauschenden Züge durch ein Fenster im Tunnel beobachten. Der Tunnel wurde am 11. Dezember für den Personenverkehr freigegeben. Am längsten Eisenbahntunnel der Welt wurde 17 Jahre lang gebaut. Das Bauwerk kostete zwölf Milliarden Franken, etwa 11,2 Milliarden Euro.

Quelle:  (dpa)
 

Montag, 13. März 2017

„Mit der Mafia geredet“ – neue Details im Betrug gegen Unister

Die Warnungen waren eindeutig: "Lass die Finger davon. Ich glaube, wir haben mit der Mafia gesprochen", sagte ein enger Mitarbeiter zu Unister-Chef Thomas Wagner. Der 38-Jährige machte auf eigene Faust weiter.

Der Unistergründer und ehemalige Unternehmenschef Thomas Wagner hatte alle Warnungen in den Wind geschlagen. Mehrfach rieten ihm enge Mitarbeiter vor dem am Ende verhängnisvollen Darlehensgeschäft in Venedig ab. „Thomas, lass die Finger davon, die Sache ist suspekt, wir wissen nicht, was das für Leute sind“, redete der Aufsichtsratsvorsitzende der Unister-Tochter Capital One AG, Roland S. (51), auf ihn ein. Zwei Wochen später tappte Wagner trotzdem in die Falle, verlor dabei 1,5 Millionen Euro und stürzte am nächsten Tag mit seinem Gesellschafter-Kollegen Oliver Schilling (39), Finanzmakler Heinz B. (65) und dem Piloten in Slowenien ab und starb.
Viele Details aus der „Akte Unister“ klingen wie aus einem Wirtschaftskrimi abgeschrieben. Am Mittwoch kam vor dem Landgericht in Leipzig ein weiteres Kapitel dazu. Vor der 16. Strafkammer wird gegen Wilfried S. (69) wegen Betrugs verhandelt. Er soll maßgeblich an dem Kreditschwindel beteiligt gewesen sein.

Codename "Epsilon"

Wagner brauchte dringend frisches Geld. Sein Plan: Er wollte einen Teil der Reisesparte an die Börse bringen und Einnahmen von mindestens 100 Millionen Euro generieren. Das Filetstück von Unister sollte in die Unternehmenstochter Capital One AG eingebracht und später auf dem Düsseldorfer Parkett platziert werden. Bei Unister wurde das Projekt unter dem Codenamen „Epsilon“ geführt.
Von Banken bekam Wagner kein Geld mehr. Er suchte deshalb nach Investoren und ließ dafür auch den Leipziger Immobilienkaufmann Oliver B. (54) ansprechen. Er vermittelte einige Kontakte, auch zu Karsten K. (68), einem ehemaligen Bankdirektor in Leipzig. „Ich kenne K. seit 20 Jahren“, so B., der dem Finanzexperten vertraut. Und Karsten K. engagierte sich.
Nach einigem Hin und Her präsentierte K. schließlich eine Möglichkeit. Ein Privatmann, es handelte sich um den vermeintlichen Israeli Levy Vass, wolle eine Millionensumme bereitstellen. Die Details sollten im Hotel Luisenhof in Hannover besprochen werden. Wagner schickte von der Capital One den Vorstandsvorsitzenden Marvin A. und dessen Kollegen S. zu dem Treffen am 28. Juni vergangenen Jahres nach Niedersachsen. A. und S., die am Mitwoch am Landgericht als Zeugen aussagten, sind noch immer völlig entsetzt, wenn sie an die Begegnung zurückdenken. Sie trafen im Luisenhof auf den Angeklagten S., den Banker K. und den später abgestürzten B. Wagner berichten die beiden Manager aus Leipzig noch am selben Abend: „Ich glaube, wir haben mit der Mafia gesprochen.“

Termin war "a waste of time"

S. führte das Wort und erläuterte das Geschäft. Zehn Prozent der Darlehenssumme seien vom Kreditnehmer als Sicherheit für eine Ausfallversicherung in bar zu übergeben. Im Gegenzug bekomme dieser 25 Prozent des Kredits ebenfalls in bar, der Rest werde überwiesen. Den Namen des Investors und der Versicherung erfuhren sie auch auf Nachfrage nicht. Im Gegenteil: Der Angeklagte S. sei pampig geworden. Er mache den Deal nicht das erste Mal, müsse direkt mit Wagner sprechen und S. sei wohl der falsche Mann, polterte er.
Den beiden Leipzigern wurde die Sache damals nach 20 Minuten zu bunt, sie standen auf und gingen. Die Visitenkarten ihrer drei Gesprächspartner zerrissen sie. Anschließend warnten A. und S. ihren Mitstreiter Wagner mehrfach und eindringlich vor dem Trio. Der Termin sei „ a waste of time“ gewesen, also reine Zeitverschwendung, schrieben sie ihm.

10.000 Schweizer Franken verschwunden

Der 38-Jährige schlug dennoch alle Warnungen in den Wind, tauschte sich weiter mit Banker K. aus und reiste am 13. Juli schließlich nach Venedig. Dort verschwand Vass mit Wagners 1,5 Millionen Euro und der Unisterchef bekam statt rund vier Millionen lediglich 20.000 Schweizer Franken. Der Rest war Falschgeld. Später, am Absturzort in Slowenien, fanden die Ermittler 10.000 Schweizer Franken in Wagners Rucksack. Die andere Hälfte der Summe ist bis heute verschwunden.
Bleibt die Frage, warum sich Wagner auf den Deal einließ? A. und S. können es sich noch immer nicht erklären. Wagner sei Experte für den Reisebereich gewesen, nicht aber für Finanzen, sagt A. Mit einer so hohen Bargeldsumme zu reisen sei völlig unüblich und der Entwurf für den Kreditvertrag mit nur fünf Seiten lächerlich gewesen.
Wagner war offenbar vom „Projekt Epsilon“ besessen. Am Nachmittag vor dem Venedig-Flug sei er bei einer Besprechung mit einem Rucksack aufgetaucht, für ihn völlig untypisch, berichtet A. Darin haben sich offenbar schon die 1,5 Millionen Euro befunden.
Die Nacht vor der Reise verbrachte Wagner mit seiner Lebensgefährtin im Leipziger Steigenberger Hotel. Vertreter der Reisebranche, die dort auch übernachteten, erinnern sich an ein Gespräch an der Bar. Dabei fiel von der Wagner-Seite sinngemäß der Satz: „In vier Wochen wird bei Unister alles anders aussehen, wartet es ab.“ Wagner sollte Recht behalten, aber nicht so, wie er sich das vorgestellt hatte. Sechs Tage nach der abendlichen Runde an der Bar stellte das Unternehmen einen Insolvenzantrag.
Der Prozess wird am kommenden Mittwoch fortgesetzt. Dann will der Angeklagte umfangreich aussagen.

Quelle: Leipziger Volkszeitung

Freitag, 10. März 2017

Besser an Hubs angeschlossen

Der Regio-Airport von Ostwestfalen-Lippe erhält weitere Anschlüsse der Lufthansa nach Frankfurt und München.
Foto: Paderborn-Lippstadt Airport
90-sitzige Bombardier CRJ-900 setzt Lufthansa von und nach Paderborn ein. Kleinere Regional-Flughäfen in Deutschland haben es zumeist schwer. Das galt im vergangenen Jahr auch für den Paderborn Lippstadt Airport, an dem noch etwas mehr als 700.000 Passagiere abgefertigt wurden. Umso erfreuter zeigt sich der Flughafen-Geschäftsführer Marc Cezanne, dass die Lufthansa Paderborn diesen Sommer häufiger mit dem Drehkreuz München sowie nach einer Pause auch wieder mit Frankfurt verbindet: „Die Frequenz-Erhöhung ist ein wichtiger Schritt, der die Anbindung unseres Einzugsgebiets an den weltweiten Luftverkehr verbessert.“
Mit Beginn des Sommerflugplans bietet die Lufthansa ab Paderborn wöchentlich 34 Dienste zu den deutschen LH-Hubs – 28 nach München und sechs nach Frankfurt. Dies wertet Cezanne als einen „Beleg für das Vertrauen der Lufthansa in das Potenzial unserer Wirtschaftsregion“.
 
Quelle: BIZTRAVEL

Eine Milliarde Dollar von Investoren

Der Ferienwohnungsvermittler Airbnb hat sich eine weitere Finanzspritze besorgt. Insgesamt sammelte das Start-up aus San Francisco eine Milliarde US-Dollar (0,9 Mrd. Euro) bei Investoren ein.
Das geht aus Dokumenten hervor, die am Donnerstag von der US-Börsenaufsicht SEC veröffentlicht wurden. Das 2008 gegründete und lange Zeit verlustreiche Unternehmen sei seit dem zweiten Quartal 2016 profitabel und werde inzwischen insgesamt mit 31 Mrd. Dollar bewertet, berichtete der US-Sender CNBC unter Berufung auf einen Insider. 
Airbnb erwarte, auch in diesem Jahr Gewinn zu machen, und habe vorerst keine Pläne für einen Börsengang. Die Firma sei in den USA mittlerweile das wertvollste Start-up nach Uber, heißt es in dem Bericht. Wie die Fahrdienst-App hat jedoch auch Airbnb, das mit seinem rasanten Wachstum der Hotelbranche zu schaffen macht, in vielen Städten Konflikte mit den Behörden.
Dem Start-up wird vorgeworfen, in Metropolen wie Berlin oder New York den Mangel an erschwinglichem Wohnraum zu verstärken und Touristen-Trubel in ruhigen Nachbarschaften auszulösen. Zudem klagen Aufseher, dass Nutzer keine Steuern auf ihre Airbnb-Einnahmen zahlen.

Quelle: (dpa)

Dienstag, 28. Februar 2017

SWISS vergrößert Angebot im Sommer

Im kommenden Sommerflugplan baut Swiss International Air Lines (SWISS) ihr Angebot ab Zürich und Genf aus. Ab Zürich geht es künftig täglich nach San Francisco und zu fünf neuen saisonalen Destinationen in Europa. Ab Genf kommt auf zahlreichen Europa-Strecken die neue Bombardier C Series 300 zum Einsatz.
Im Sommerflugplan erweitert SWISS ihr Angebot von Zürich nach San Francisco: Ab dem 22. April 2017 wird die kalifornische Metropole statt bisher dreimal wöchentlich neu täglich mit der Boeing 777-300ER bedienen. Damit werden im Sommerflugplan 2017 fünf interkontinentale Destinationen täglich mit der Boeing 777-300ER angeflogen: Bangkok, Hongkong, Singapur, Los Angeles und San Francisco. Zusätzlich wird die Boeing 777-300ER zwischen Juni und Oktober 2017 auf sechs der insgesamt 12 wöchentlichen Verbindungen nach Chicago eingesetzt.
Fünf neue Europadestinationen. SWISS wird im Sommer 2017 zudem fünf neue saisonale Europadestinationen in ihr Programm aufnehmen. Erstmalig können Fluggäste der Airline ab Zürich nach Bergen fliegen, zweitgrößte Stadt Norwegens. Naturbegeisterte mit einer Vorliebe für Aktivferien profitieren künftig von einer Direktverbindung in die südirische Stadt Cork. Ebenfalls neu im Programm sind die deutsche Nordseeinsel Sylt und das korsische Figari. Niš im Süden Serbiens, schließlich ergänzt das dichte Streckennetz von SWISS und Edelweiss auf dem Balkan. Bergen, Cork und Sylt werden ab Juni einmal wöchentlich angeflogen und während der Hauptreisemonate im Juli und August zweimal pro Woche bedient. Figari (ab Juli) und Niš (ab April) sind ebenfalls zweimal wöchentlich im Angebot. Bergen wird bis Ende August und Cork sowie Sylt bis Ende September angeflogen. Figari und Niš werden über den gesamten Sommerflugplan bedient. Darüber hinaus wird SWISS die Frequenzen nach Berlin, Dublin, Göteborg, Neapel und Wien erhöhen.
Einführung der ersten C Series 300 in Genf. Auch ab Genf wird SWISS ihr Angebot weiter ausbauen. Im zweiten Quartal wird sie die erste Bombardier C Series 300 in die Flotte integrieren und den Flugzeugtyp auf zahlreichen Europastrecken ab Genf einsetzen. Die in Genf stationierte SWISS-Flotte wird künftig ausschließlich aus C Series-Flugzeugen bestehen. Mit dem an Komfort unerreichten Flugzeug wird SWISS vor allem den Anforderungen des Premium-Marktes in besonderem Masse entsprechen. SWISS wird zudem die besonders im Sommer beliebten Destinationen auf den griechischen Inseln und in Portugal häufiger bedienen. SWISS hat 102 Destinationen (77 europäische, 25 interkontinentale) in 43 Ländern im Angebot. Der Sommerflugplan ist vom 26. März 2017 bis zum 28. Oktober 2017 gültig.
Edelweiss neu nach Zakyntho. In Zusammenarbeit mit ihrer Schwestergesellschaft Edelweiss bedient SWISS in der Sommersaison 2017 ein breites Spektrum attraktiver Feriendestinationen. Neu wird Edelweiss im Sommer 2017 zweimal wöchentlich nach San José (Costa Rica), Cancún (Mexico) und San Diego (Kalifornien) fliegen. Zudem wird Edelweiss Zakynthos neu in ihr Flugprogramm aufnehmen und die griechische Insel zwischen Mai und Oktober einmal wöchentlich anfliegen. In der Sommersaison werden ausserdem die Verbindungen in die kroatischen Städte Split und Pula, ins ägyptische Hurghada und ins spanische Sevilla aufgestockt.

Quelle: SWISS / DMM

Thai mit A350-900 ab Frankfurt

Thai Airways International wird ab dem 01. Mai 2017 erstmals einen Airbus A350-900 ab Frankfurt einsetzen. Der Airbus, der die B 777 ersetzt, wird viermal wöchentlich Bangkok ansteuern und dreimal Phuket. Die Nonstop-Verbindung von Frankfurt nach Phuket wurde erst im November 2016 eingeführt und wird jeweils mittwochs, freitags und sonntags bedient.
Der neue A350-900 der Thai Airways gewährt Reisenden größten Komfort und einen exklusiven Service. Dank eines modernen LED-Mood-Lightening-Systems wird das Flugerlebnis immer ins passende Licht gerückt. Größere Gepäckfächer sorgen dafür, dass das Handgepäck seinen Platz findet und größere Panoramafenster erlauben beste Ausblicke. Beste Einblicke in das Bordprogramm gibt es an jedem Sitzplatz auf den eigenen großen Bildschirmen, die in der Business Class 41 cm Bildschirmdiagonale und in der Economy Class 28 cm Bildschirmdiagonale aufweisen.
Insgesamt verfügt der Airbus über 289 Sitzplätze in der EconomyClass. Die Royal Silk Business Class ist mit 32 Sitzen ausgestattet, die sich zu einer 188 cm langen und 53 cm breiten, komplett horizontalen Liegefläche umwandeln lassen. Zudem gibt es einen Strom- und USB-Anschluss direkt am Sitz und ein umfangreiches Menüangebot.

Quelle: Thai Airways / DMM

Montag, 27. Februar 2017

Ägypten: Einreisegebühr steigt ab Juli

Beim geplanten Anstieg der Einreisegebühren für Touristen in Ägypten gibt es ein neues Datum: Statt bereits am 1. März sollen die Gebühren nun ab 1. Juli erhöht werden. Geplant ist ein Anstieg von derzeit 25 auf 60 US-Dollar. Bezahlt wird die Gebühr direkt bei der Einreise am Flughafen.
Ende vergangener Woche hieß es zunächst, die Erhöhung trete bereits Anfang März in Kraft. Nach heftigen Protesten ägyptischer Touristiker und den darauf folgenden Diskussionen im Parlament in Kairo beschloss die Regierung jedoch, das Vorhaben zu verschieben.
Den Ägyptern ist durchaus bewusst, wie heikel das Thema ist: Seit Jahren wird über eine Erhöhung der Einreisegebühr diskutiert, durchgesetzt wurde sie nie. Allerdings stieg zuletzt der Druck auf das Finanzministerium, die Einnahmen zu erhöhen.

In einer Diskussion auf der Facebook-Seite von touristik aktuell wurden die Pläne durchweg kritisiert. Sie würden dem gerade wieder wachsenden Tourismus im Land einen heftigen Dämpfer versetzen, hieß es in zahlreichen Kommentaren. Gerade in den letzten Wochen hätten sich die Ägypten-Buchungen „deutlich erhöht“, schrieb etwa Guido Massar vom gleichnamigen Reiseservice in Frankfurt am Main. Seine Überzeugung: „Mit der Verdopplung der Visa-Gebühren würde sich das Land den Aufschwung zunichte machen.“

Das glaubt auch der Chef der Reiseleiter am Roten Meer, Bashar Abu Taleb.  Andere Länder „rund um den Globus” würden Visa abschaffen, um den Tourismus anzukurbeln, so Abu Taleb. Ägypten gehe mit einer Erhöhung der Gebühren genau den anderen Weg, wird Abu Taleb von der Zeitung Egypt Independent zitiert. 
 
Quelle: touristik-aktuell.de

United: Von München nach San Francisco

Der Flughafen München bekommt im Sommer eine weitere saisonale Verbindung an die US-Westküste: United Airlines bietet vom 24. Mai bis zum 3. September Flüge von und nach San Francisco an. Gestartet wird in München erstmals am 25. Mai um 12.10 Uhr. Der Gegenflug hebt bereits am Vortag um 14.05 Uhr in San Francisco ab. United setzt auf der Route eine Boeing 787-8 Dreamliner ein, sie hat Platz für 219 Passagiere, darunter 70 Economy-Plus- und 36 Business-Class-Sitze. Die Strecke wird bereits täglich von Lufthansa bedient.

Quelle: touristik-aktuell.de

Sonntag, 26. Februar 2017

Erste B787-10 ist fertig

Der erste 787-10 Dreamliner, das dritte und zugleich größte Mitglied der Dreamliner-Familie, wurde in South Carolina fertiggestellt. Tausende Boeing-Mitarbeiter im Werk von North Charleston feierten zusammen mit dem neuen US-Präsidenten Donald Trump und dem Gouverneur von South Carolina, Henry McMaster, das Ereignis.
“Was hier bei Boeing in South Carolina passiet, ist eine echte amerikanische Erfolgsgeschichte”, sagte Boeing-Präsident und CEO Dennis Muilenburg. „Binnen weniger Jahre hatte unser Team eine riesige Produktionsstätte aus dem Boden gestampft, in dem Dreamliner für die ganze Welt entstehen und Tausende von Arbeitsplätzen geschaffen worden sind. Die Langversion des Dreamliners 787-10 wird exklusiv in diesem Werk hergestellt. „Der Jet gilt als der effizienteste des Segments”, betonte Kevin McAllister, Boeing Commercial Airplanes Präsident und CEO. “Wir wissen, was unsere Kunden sich wünschen. Erstkunde wird Singapore Airlines sein. Und wir können es kaum bis zum Jungfernflug erwarten.”
Die B787-10 ist etwas mehr als 68 M lang und hat Platz für nahezu 330 Passagiere. Weil das Flugzeug durch den gestreckten Rumpf schwerer ist, kann es weniger Treibstoff mitnehmen. Die Reichweite beträgt 11.910 Kilometer. Zum Vergleich: Die Boeing 787-9 kann mehr als 15.000 km weit fliegen.
Die erste 787-10 wird voraussichtlich m Sommer zu ihrem Jungfernflug abheben. 2018 wird der Superjet an den Erstkunden ausgeliefert. Bis dato liegen 149 Bestellungen für diesen Typ von neun Kunden vor. Die 787-10 wird die bisherigen Reichweiten der Modelle 787-8 und 787-9 aber nicht übertreffen. Sie ist 18 Fuß (5,5 m) länger als die 787-9 und soll beim Verbrauchs- und Emissionsverhalten 10 % besser als der Wettbewerber (A350) sein. Dreamliner sind seit 2011 im Einsatz. Über 140 Mio. Passagiere wurden bisher mit diesen Maschinen sicher ans Ziel gebracht. Im Betrieb sind die Dreamliner weltweit auf aktuell 530 verschiedenen Strecken. 

Auch eine Bemerkung wert: In diesem Dreamliner stecken sehr viel mehr Bausteile von internationalen Zulieferern als von amerikanischen. Nur der vordere Teil des Rumpfs, das Heck und das Seitenleitwerk werden in den Vereinigten Staaten gebaut. Alles andere kommt aus Frankreich, Italien, Japan, Australien, Kanada, Schweden, Mexiko und weiteren Zuliefererländern. Da fällt den Boeing-Managern und nicht nur denen schwer zu glauben, was Präsident Donald Trump bei seinem Auftritt vor den zig Ehrengästen und Mitarbeitern einmal mehr von sich gab: Die USA sollen in Zukunft ihre Importe verringern und verstärkt auf eigene Produktion setzen. Fragt sich, ob Boeing dann überhaupt noch eigene Zivilflugzeuge herstellen kann.

Quelle: Boeing / DMM

Dienstag, 21. Februar 2017

Emirates fliegt nach Kambodscha

Phnom Penh wird neues Flugziel von Emirates. Die Hauptstadt Kambodschas steht ab 1. Juli täglich im Flugplan. Sie wird von Dubai aus mit einem neunzigminütigen Zwischenstopp in Yangon (Rangun) angesteuert. Der Flug EK388/389 startet um 9.15 Uhr am Emirates-Drehkreuz und kommt um 21.25 Uhr in Phnom Penh an, von wo er um 23.10 Uhr wieder zurückfliegt. Emirates setzt eine Boeing 777-300ER mit 427 Plätzen ein, darunter 42 in der Business Class. Emirates hat auch die Verkehrsrechte für den Abschnitt Yangon–Phnom Penh. 
Durch die neue Verbindung verschieben sich die Abflüge nach Yangon von der Nacht auf den Morgen. Vietnams Hauptstadt Hanoi fliegt Emirates künftig nonstop an. Die neue Startzeit in Dubai: 3.30 Uhr. Der Rückflug geht um 1.30 Uhr.

Quelle: touristik-aktuell.de

Freitag, 10. Februar 2017

Air France fliegt auf die Malediven

Im kommenden Winter nimmt Air France die Malediven ins Flugprogramm auf. Ab 1. November geht von Paris/CDG aus zweimal wöchentlich eine Maschine nach Male. Gestartet wird mittwochs und samstags um 20.50 Uhr mit Ankunft um 10.20 Uhr am kommenden Morgen, der Rückflug landet um 19.35 Uhr in Paris. Air France setzt auf der Route eine Boeing 777-200 mit der neuesten Kabinenausstattung ein. Platz ist für 312 Passagiere, darunter 28 in der Business und 24 in der Premium Economy Class.

Quelle: touristik-aktuell.de

Unister: Nächster Prozess startet

Das Landgericht Leipzig ist weiter voll beschäftigt mit dem Thema Unister: Jetzt wurde im Fall des Finanzbetrugs gegen Thomas Wagner und Oliver Schilling Anklage erhoben. Der seit Juli 2016 in U-Haft sitzende Finanzmakler der beiden Unister-Manager wird beschuldigt, den verhängnisvollen Deal in Venedig eingefädelt zu haben. Vom eigentlichen Betrüger, der Wagner und Schilling um Millionen brachte, fehlt jede Spur.

Wagner starb auf dem Rückflug von Venedig durch den Absturz des gecharterten Kleinflugzeugs in den Alpen. Die Ursachen sind nach wie vor ungeklärt. Eine Manipulation der Maschine hielten die slowenischen Behörden zuletzt nicht für ausgeschlossen.

Quelle: touristik-aktuell.de

Südtirol: Hotel für Veganer

Ab 1. April können Reisende im Hotel La Vimea in Naturns im Südtiroler Vinschau übernachten. Das Haus mit 39 Zimmern ist laut der Inhaberfamilie Posch das erste rein vegane Hotel Italiens. Die Trauben für den Hauswein und die Oliven für das Öl, das im Restaurant benutzt wird, werden auf dem eigenen Agriturismo in der Toskana angebaut.

Die Möbel im umgebauten Hotel sind von einheimischen Tischlern aus unbehandeltem und mondgeschlagenem Lärchenholz gefertigt. In den Zimmern sollen Kalkwände für ein optimales Raumklima und guten Schlaf sorgen. Die „Water Lily“-Matratzen sind ökologisch abbaubar, denn der Naturkaltschaumkern wird aus erneuerbaren Quellen hergestellt.

Zum Hotel gehören ein Wellness-Bereich mit zwei Saunen, Indoorpool, Natur-Badeteich und Hot-Stone-Lounge. Weitere Informationen unter www.lavimea.com

Quelle: touristik-aktuell.de

Mittwoch, 11. Januar 2017

Lufthansa: Internet auf Kurzstrecken

Lufthansa und Austrian Airlines starten mit der Einführung von Internet-Verbindungen auf Kurz- und Mittelstrecken. Zunächst wird der neue Service auf je fünf Flugzeugen für mehrere Wochen erprobt und kann in dieser Zeit kostenlos genutzt werden. Bis Ende März sollen 20 Lufthansa-Jets dafür umgerüstet sein, bis Mitte 2018 die gesamte Airbus-A320-Flotte mit über 180 Maschinen.

Bei Austrian werden bereits bis April alle 31 Airbus-Jets mit W-Lan ausgestattet. Zudem wird die Technologie bis Mitte 2017 bei Eurowings in 69 Airbus-Flugzeuge eingebaut. Ursprünglich war die Einführung bei Lufthansa bereits für das vergangene Jahr vorgesehen.

Nach Abschluss der Erprobungswoche wird das Flynet-Paket auf Kurz- und Mittelstrecken künftig in drei verschiedenen Service-Paketen angeboten: Für drei Euro pro Flug kann man nur Nachrichtendienste nutzen, für sieben Euro auch ins Internet gehen und für zwölf Euro Inhalte streamen.

Quelle: touristik-aktuell.de

Montag, 9. Januar 2017

Der Absturz des Thomas Wagner

Der blaugraue Rucksack lag unversehrt zwischen Farn und Laub. Vier Männer um ihn herum waren bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Doch ihm hatten weder Feuer noch der Aufprall des Kleinflugzeuges in einem Wald im Westen Sloweniens etwas anhaben können. Nicht mal die Papiere darin hatten Eselsohren.
Der Rucksack gehörte dem Leipziger Internet-Unternehmer Thomas Wagner. Und dass ausgerechnet sein einziges Gepäckstück nicht verbrannte, wirkt fast wie ein Zeichen. Wagner war jahrelang einer der mächtigsten Männer der Reisebranche. Zu seinem Unternehmen Unister gehörten Online-Portale wie "fluege.de" oder "ab-in-den-Urlaub.de", dazu Hunderte weitere Webseiten. Jeder Woche bewegte er Marketing-Millionen.
Ab dem 11. Januar müssen sich drei Unister Manager vor Gericht verantworten. Es geht um Steuerhinterziehung und unerlaubten Verkauf von Versicherungen. Wäre er bei dem Absturz nicht ums Leben gekommen, säße vermutlich auch Thomas Wagner auf der Anklagebank. Einer wie er hätte sich teure Aktenkoffer kaufen können. Aber Statussymbole waren ihm offenbar egal. In Jeans und mit Strubbelfrisur war der jungenhafte Leipziger trotz Geld und Macht auf seine Art er selbst geblieben. Ein Konzernchef mit Rucksack. Und möglicherweise ist ihm genau das zum Verhängnis geworden.

Dubioser Deal sollte Wagner vor der Pleite retten

Es ist der 14. Juli 2016, als die Geschichte vom Aufstieg und Fall des Thomas Wagner ein jähes Ende findet. Neben dem 38-jährigen Unternehmer sterben beim Crash der Piper 32-R sein Freund und Mitgesellschafter Oliver Schilling, 39, der Pilot und ein – zumindest nach stern-Recherchen mehr als windiger Geschäftsmann aus dem Sauerland: Heinz B., 65.
  Der blaugraue Rucksack von Thomas Wagner blieb bei dem Flugzeugabsturz nahezu unversehrt
© Stepan Milcic
Sie waren auf dem Rückweg von Venedig, wo ein dubioser Deal abwickelt werden sollte: Für einen Bar-Kredit über 15 Millionen Euro, angeblich von einem israelischen Geschäftsmann namens Levi Vass, musste Wagner zunächst zehn Prozent selbst in bar mitbringen, als Sicherheit. Das Geld sollte Unister vor der Pleite retten. Aber um den größten Teil wurde Wagner geprellt, der Rest war auch überwiegend gefälscht.
Die Polizei warnt seit Jahren vor solchen "Rip-Deals" – vom englischen to rip, jemanden ausnehmen, eine besonders in Italien beliebte Methode. stern-Recherchen zeigen außerdem, dass Thomas Wagner alle Alarmzeichen ignoriert haben muss. Seine eigenen Mitarbeiter hielten die Vermittler des Geschäfts für unseriös. Er selbst galt als extrem misstrauisch. Was also trieb den lange erfolgreichen Geschäftsmann dazu, sich darauf einzulassen? Wie konnte es überhaupt so weit kommen – mit seiner Firma und mit ihm?
Wagner war 23 und noch BWL-Student, als er 2002 mit vier Freunden eine Online-Tauschbörse für Diplom- und Seminararbeiten ins Netz stellte. Die Gründer nannten ihre Seite "Unister" – nach Uni und Napster, der damals noch illegalen Musiktauschbörse. Und wie Napster scheiterten auch sie zunächst am Urheberrecht. Doch Wagner und seine Jungs ließen sich nicht entmutigen. Sie hatten nicht nur gelernt, wie man Webseiten baut, sondern vor allem, wie man sie optimal bei Google platziert und vermarktet. Ein Handwerk, das in den Nullerjahren Gold wert war.
  Er reizte alles aus, was ging: Unister-Chef Thomas Wagner war lange Zeit der Reisekönig des Internets
© Jan Woitas/DPA
Er reizte alles aus, was ging:
Seinen Eltern in Dessau gaukelte Wagner vor, immer noch fleißig in Leipzig zu studieren. Dabei nutzte er lediglich die billige Mensa, während er und seine Partner begannen, ihr Imperium aufzubauen. "Keiner hat die Gene von Google so gut verinnerlicht wie Wagner"
Wagner kaufte Domains mit markanten Namen wie geld.de, shopping.de oder hotelreservierung.de.  Bald kam man als Kunde im Netz kaum noch an Thomas Wagner vorbei. Er vermittelte Versicherungen, Kredite und Geldanlagen  (geld.de), begleitete seine Kunden zum Einkaufen (shopping.de) und bot Hotelzimmer an (hotelreservierung.de). Sogar bei Suche nach der großen Liebe half Wagner (partnersuche.de). "Keiner hat die Gene von Google so gut verinnerlicht wie Wagner", war selbst die Konkurrenz baff.
Am meisten Geld verdiente Unister allerdings mit ab-in-den-urlaub.de und fluege.de, die zu den bekanntesten Reiseportalen Deutschlands gehörten. Die Werbemaskottchen Michael Ballack, Kapitän der Nationalelf,  und Fußballmanager Rainer Calmund lockten bis zu zehn Millionen Kunden auf die Reiseportale. "Die ham's einfach drauf die Jungs", schwärmte Calmund zur besten Sendezeit. "Wir wollen die Nummer eins werden im Online-Reisemarkt. Und nicht nur dort", sagte Wagner.

2010 hatte das Unternehmen rund 1.700 Mitarbeiter und machte einen Umsatz von 227 Millionen Euro. Wagner blieb der Mann mit dem Rucksack, Der einzige Luxus, den er sich persönlich gönnte, war ein weißer Porsche Boxter. Er zog fast rund um die Uhr die Fäden. Nächtelang fummelte er persönlich an den Webseiten. Wagner testete und lockte. Schraubte und zockte. Verschleierte, verführte und veralberte die Konkurrenz. An manchen Tagen trieben er und seine Mitstreiter die Gebote für bestimmte Reise-Suchbegriffe bei Google mit etlichen tausend Euro dermaßen in die Höhe, dass bei der automatisch mitbietenden Konkurrenz am Nachmittag das Budget für den ganzen Monat verbraucht war. Umso billiger bekamen Unister-Portale danach tagelang die vordersten Google-Plätze. So etwas machte Thomas Wagner Spaß – und mit den Jahren viele Feinde, für die er nur ein Grinsen übrig hatte.

Spiel überreizt: Google droht Unister mit Werbeverbot
Er reizte alles aus, was ging. In Wahrheit steckte Unister stets den größten Teil seiner Einnahmen sofort wieder ins Marketing, um die Maschine am Laufen zu halten und Internet-Nutzer nach der alten Masche von Webseite zu Webseite zu locken. Und als Google begann, dieses Geschäftsmodell durch veränderte Nutzungsbedingungen einzuschränken, überschritt Wagner die schmale Grenze zwischen Spitzbube und Gauner immer öfter. User wurden mit Schnäppchen geködert, die es gar nicht gab. Zusätzliche Gebühren wurden versteckt. Wie ein Spieler reizte Wagner alles aus, was ging. Der Chef persönlich forcierte in Mails an Mitarbeiter "sämtliche Fake-Aktivitäten", die Nutzer in Abo-Fallen locken sollten. "Seinen Erfolg", so schrieb die "Wirtschaftswoche" 2010, "verdankt Wagner einem respektlosen bis hinterhältigen Geschäftsmodell."
Spätestens 2011 hatte er das Spiel überreizt: Google drohte Unister mit einem Werbeverbot. Während unzufriedene Kunden in Warteschleifen verzweifelten, schlugen immer mehr Verbraucherzentralen Alarm. Im Dezember 2012 schritt schließlich die Staatsanwaltschaft Dresden ein. Sie durchsuchte die Leipziger Zentrale und nahm Wagner, seinen Finanz-Vize Daniel Kirchhof und einen weiteren Manager in U-Haft.
Der Vorwurf: Unister hatte auf seinen Reiseportalen umstrittene Zusatzleistungen für Umbuchungen verkauft, das sogenannte "flexyfly". Eine Art Versicherung für Umbuchungen, für die Versicherungssteuern gezahlt werden müssen. So sieht es jedenfalls die Staatsanwaltschaft und ermittelte wegen Steuerhinterziehung.
Womöglich ergibt der nun anstehende Prozess irgendwann, dass "flexyfly" und ähnliche Unister-Produkte gar keine steuerpflichtigen Versicherungen waren – wie der Konzern stets beteuert hatte. Doch wer auch immer am Ende Recht erhalten wird, für Unister war es der Anfang vom Ende – vor allem, weil die Erfahrung der U-Haft die beiden Hauptgesellschafter Wagner und Kirchhof entzweite.
Daniel Kirchhof stellt es heute so dar, dass er nicht noch einmal am Frühstückstisch seiner Familie verhaftet werden wollte und deshalb auf ein Ende der halbseidenen Geschäfte gedrängt habe. Auch die anderen Gesellschafter wollten sich angeblich schon länger von Teilen des Konzerns trennen und verkaufen. Wagner muss das alles wie Verrat vorgekommen sein. Immer öfter gab es Streit, bis er seinem wichtigsten Vertrauten Unterschlagung und Untreue vorwarf und ihn aus der Firma drängen wollte. 
Das alte Geschäftsmodell unter Druck, die Chefs im Streit, die Staatsanwaltschaft immer wieder im Haus – von 2013 an gleicht das Unternehmen Unister einem trudelnden Flugzeug. Und der Mann, für den es immer nur nach oben ging, klammert sich allein an den Steuerknüppel. Ehemalige Weggefährten schildern ihn als "konfliktscheuen Dickkopf", Anwälte als "vollkommen beratungsresistent". Zuletzt muss er so verzweifelt einen Ausweg für sein Lebenswerk gesucht haben, dass er jedes Risiko in Kauf nahm.

"Ich glaube, wir haben mit der Mafia gesprochen"

Die Rettung scheint Karsten K. aus Niedersachsen zu sein, ein ehemaliger Niederlassungsleiter der DKB-Bank in Leipzig. Der wiederum kennt den Sauerländer Geschäftsmann Heinz B. von "früher", der inzwischen mit einem gewissen Wilfried S. aus Unna märchenhafte Kredite vermittelt. Alle drei, so ist es nach stern-Recherchen zwischen ihnen ausgemacht, wollen sich für das Geschäft mit Wagner eine Provision von 500.000 Schweizer Franken teilen.
Am 28. Juni soll Thomas Wagner das Trio erstmals persönlich treffen. Doch er schickt nur zwei seiner Manager nach Hannover, um die "Eckpunkte" abzuklären. Auf der Terrasse des Hannoveraner Hotels "Luisenhof" lernen die drei ältere Herren kennen: Neben den Kredit-Vermittlern Heinz B. und Wilfried S. ist auch der Ex-Banker Karsten K. erschienen. Ein Augenzeuge erinnert sich gegenüber stern-Reportern an Typen mit halblangen, schlecht gefärbten Haaren in unförmigen Anzügen. Einen ähnlichen Eindruck haben Wagners Manager: "Komplettes 'waste of time'" – Zeitverschwendung –, mailt Roland S. noch am selben Tag nach Leipzig: "Ich glaube, wir haben mit der Mafia gesprochen."
Über ein ausführliches Gespräch mit Wagner am nächsten Tag existiert eine Gesprächsnotiz: Die beiden Manager raten noch einmal "absolut davon ab, weitere Gespräche mit diesen potenziellen Investorenvertretern zu führen". Die Herren B., S. und K. konnten oder wollten nicht mal die Identität des geheimnisvollen Kreditgebers nennen und hinterließen auch sonst "keinen vertrauenserweckenden Eindruck".
Mit einer simplen Google-Recherche hätte Thomas Wagner auch selbst herausfinden können, dass Wilfried S. aus Unna bereits 2008 mit einer Firma pleitegegangen und der Sauerländer Heinz B. gerade mit einer Leasingfirma in die Insolvenz gerutscht war. Warum sollten ausgerechnet zwei Pleitiers Millionenkredite besorgen können? Besonders brisant aber ist der Grund für das Insolvenzverfahren gegen Heinz B.: Im Dezember 2015 hatte ihn das Landgericht Dortmund zur Rückzahlung von 1,5 Millionen Euro an eine norwegische Reederei verurteilt. Es ging um ein ähnliches "Geschäft" wie das mit Wagner angebahnte: Die Reederei brauchte 27 Millionen Euro und hinterlegte dafür 1,5 Millionen Euro auf dem Firmenkonto von B. Der überwies das Geld nach Kanada. Als der Kredit in Norwegen ausblieb, erstattete die Reederei Strafanzeige, und die Staatsanwaltschaft Dortmund klagte Heinz B. 2013 wegen Betrugs und Untreue an. 2016 lagen die Akten allerdings immer noch ohne Termin für eine Verhandlung bei Gericht, obwohl B. im Zivilverfahren längst verurteilt und danach pleite war. Und so konnte er – womöglich nur wegen Überlastung der Justiz – ungerührt weitermachen.

1,5 Millionen Euro in bar in einem Rucksack

Ein anderer ehemaliger Kunde des Finanzvermittlers erklärt gegenüber dem stern, dass ihm Heinz B. schon 2010 einen ebensolchen Deal vorgeschlagen habe. "Wir reisten nach Mailand. Trafen dort einen Herrn, der sich Michael Shahak nannte und sich als Israeli ausgab. Mir war die Sache zu windig." Hinterher habe B. behauptet, ihm sei das auch komisch vorgekommen. Aber er habe die Entscheidung seinem Kunden überlassen wollen.
Ex-Banker Karsten K. ist nur das letzte Glied in der Vermittler-Kette. Den geheimnisvollen israelischen Kreditgeber Levi Vass, der die 15 Millionen an Wagner liefern soll, kennt er nur vom Hörensagen. Er verlässt sich darauf, was seine Partner Heinz B. und Wilfried S. über den Mann munkeln, aber auch die kennt er nicht einmal gut genug, um den richtigen Vornamen zu nennen. "Manfred S.", schreibt der Ex-Banker an Wagner, "kennt Vass aus dem Diamantenhandel seit 17 Jahren und habe nie Negatives über ihn gehört." 
Am 29. Juni drängelt Kasten K. in einer ausführlichen Mail an Wagner noch einmal: "Ab ca. 20 Juli wird Herr Vass – wie ich höre – für zwei Monate absent sein." Kurz entschlossen fliegt Wagner am 13. Juli mit seinem Partner Oliver Schilling und Heinz B. nach Venedig. In seinem Rucksack hat Wagner 1,5 Millionen Euro in bar. Im Hotel "Antony Palace", nahe des Flughafens, treffen sie um die Mittagszeit auf Karsten K. Der ist mit dem Auto und seiner Frau gekommen, die in einem anderen Hotel wartet. Für ihn ist der Trip offenbar eine Mischung aus Ausflug und Geschäftsreise. Wilfried S. dagegen hat kurzfristig abgesagt. Sein Sohn, so teilt er mit, habe gerade eine Krebsdiagnose bekommen. 
Tatsächlich erscheint kurz darauf ein älterer, braun gebrannter Herr im Hotel, der sich als Levi Vass ausgibt, angeblich in Varese wohnt und zunächst etwas Mühe hat, die Daten aus seinem Pass in die vorgefertigten Verträge zu übertragen. Darin gewährt er ein "frei verfügbares" Darlehen in Höhe von 15 Millionen Euro. Kreditnehmer ist allein Thomas Wagner, der erklärte Zweck: "die Entwicklung" einer nicht näher bezeichneten "Holding" nach dem "dargelegten Geschäftskonzept".

"Alles Lug und Trug"

Schnell ist alles unterschrieben, und Karsten K. will gerade Getränke ordern, als die anderen vor die Tür verschwinden. Dort muss Wagner das Geld aus seinem Rucksack gegen einen Koffer getauscht haben, den der Fahrer von Vass – angeblich sein Sohn – im Auto bewacht hat. 1,5 Millionen Euro in Schweizer Franken sollen darin sein, der Gegenwert für die geleistete Sicherheit in bar. Für die Übergabe des restlichen Darlehens verabredet man sich bei einer Bank am Markusplatz. Mit getrennten Autos fahren die Parteien los. Vass verschwindet im Verkehr. Die Bank hat schon zu. Und spätestens auf der Rückfahrt zum Flughafen merkt Wagner, dass nur die oberen Scheine im Koffer echt sind, gerade mal 10.000 Franken. Er bringt sie zur Polizei und erstattet Anzeige. Karsten K. und Heinz B. versuchen Wilfried S. zu erreichen. In hektischen SMS heißt es: "Alles Lug und Trug".
  "Mayday, mayday" - dann stürzt die Piper über einem Wald in Slowenien ab und geht in Flammen auf. Hier wird das Wrack des Kleinflugzeugs auf einen Lastwagen verladen.
© Stepan Milcic

Am nächsten Morgen steigen Heinz B., Oliver Schilling und Thomas Wagner in die einmotorige Piper. Um 10.16 Uhr heben sie vom Flughafen Marco Polo in Venedig ab. Die Stimmung an Bord muss so eisig gewesen sein wie das Unwetter über Slowenien, vor dem der Wetterdienst warnt. Der erfahrene Pilot aber fliegt direkt darauf zu. Seine Maschine hat keine Enteisungsanlage. Um 10.50 Uhr gibt er dem Kontrollturm in Ljubljana per Funk durch, dass er nun doch seine Route ändern will, offenbar zu spät. Sein "Mayday" folgt nur Sekunden später. Die Piper stürzt ab und geht in Flammen auf.
Wenige Tage nach dem Unglück meldet Unister Insolvenz an. Dass mit Wilfried S. und dem Ex-Banker Karsten K. ausgerechnet zwei der Vermittler überlebten, macht sie schnell verdächtig. Eine Vertraute von Heinz B. – die einen Schlüssel zu seiner Wohnung hatte – behauptet gegenüber dem stern, Wilfried S. habe sie nach dem Absturz angerufen. "Er bat mich, in die Wohnung zu gehen und den Rechner von Herrn B. zu verstecken. Natürlich habe ich das nicht gemacht." Anders als Karsten K., der sich sofort nach den ersten Meldungen über den Absturz bei der Polizei meldete, wurde Wilfried S. in Untersuchungshaft genommen. Er kam in das gleiche Gefängnis in Dresden, das auch Wagner schon von innen kennengelernt hatte. 
Die Untersuchung des Absturzes ist noch nicht abgeschlossen. In einem vorläufigen Bericht gingen die Ermittler von "Unwetter und einem Pilotenfehler" aus, der Flugzeugführer soll die Vereisungsgefahr für seine Maschine zu spät erkannt haben. Doch nun wurde bei einer groß angelegten Suchaktion von Militär, Bergrettern und Katastrophenschutz das Höhenruder. Es sei beschädigt, sagte Untersuchungsleiter Toni Stojevski, vom slowenischen Luftfahrtministerium. Es gebe Hinweise auf Fremdeinwirkungen. Weggefährten von Wagner und Schilling fühlen sich bestätigt. Ihre Spekulationen reichen von einer Geheimdienstaktion, weil Wagner angeblich Google- und damit US-Interessen im Weg war, über eine handgreifliche Auseinandersetzung im Flugzeug bis hin zu der These, dass Thomas Wagner gar nicht an Bord war und der ganze Trip nur ein Ausstiegsszenario. Bewunderer und Feinde trauen ihm offenbar zu, dass er sich irgendwo auf der Welt ins Fäustchen lacht und dafür in den letzten Jahren genug Geld zur Seite geschafft hat. Aber ohne seinen Rucksack?

Quelle: Stern.de